Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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nehmender Geiſt ſuchte überall Lebensregeln. Dieſes in ſo verſchiedenartiger Stimmung befindliche Auditorium ſetzte ſich im Kreiſe um Amadee herum und er fuhr fort: Unſere Liebenden, und ich hoffe, Sie intereſſiren ſich für dieſelben, alſo unſere Liebenden hatten Alles angeord⸗ net, Alles erwogen, nur Eines nicht, die Eiferſucht und Bosheit Gertrud's. Sie glaubten ſich ihres Geheimniſſes ganz ſicher und ihr Geheimniß gehörte nicht mehr ihnen. Sie wurden ſchon lange überwacht; die Zuſammenkünfte am Abend, die ſußen Nächte waren von Söldlingen er⸗ ſpäht und der Burgfrau erzählt worden. Geduldig, wie alle kräftigen Charaktere, wartete ſie nur, bis die Intrigue ſeſt genug geknüpft wäre, um ihrer Sache deſto ſicherer zu ſein. Und als ſie endlich die nöthige Ueberzeugung

erlangt hatte, ſchlug ſie eines Abends Rudolf einen Spa⸗

ziergang auf eben dieſe Terraſſe vor, auf welcher wir uns heute befinden. Ein ſchwacher Lichtſchein erſchien im Thurme; er lenkte die Augen des jungen Mannes auf ſich, dem Erinnerungen und Gewiſſensbiſſen im Herzen aufſtiegen. Nichts entging Gertrud; ſie gewahrte es und fand den Augenblick guͤnſtig, um einen entſcheidenden Schlag zu führen. Ihr blickt mit Sehnſucht nach dieſem Thürmchen, Rudolf. Das Opfer, das Ihr mir gebracht habt, iſt vielleicht zu groß, ich gebe es zu; Ihr habt als ächter Ritter Euer Wort gehalten, und ſeid nie mehr in Euer Laboratorium gegangen. Ohne Zweifel ſchmachtet und ſeufzt der arme Spiritus familiaris; Ihr ſelbſt ſcheinet mir ſeit einigen Wochen trauriger, Euere Unterhaltung dünkt mich weniger lebhaft und Euere Blicke ungewiſſer.

Ihr langweilt Euch vielleicht..

Ich, liebe Freundin, mich langweilen bei Euch! O, niel..

Ein ungetrübtes Glück kann ſogar langweilig werden, mein ſchöner Ritter, und ich, die ich Euch vor allen Din⸗ gen heiter und zufrieden ſehen möchte, ich will Euch eine