Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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demungeachtet mit derſelben Sorgfalt bewachte. Die Lie⸗ benden beſchloſſen zu fliehen und beſtimmten mit einander die paſſendſten Mittel dazu. Man kam überein, Irene ſolle Günther täglich einige ihrer Kleinodien geben, die er in der nahgelegenen Stadt durch den mit den Kommiſſio⸗ nen beauftragten Laienbruder, auf den er zählen konnte, verkaufen laſſen wollte. Er ſollte dann für Irene und ſich zwei Bauernkleidungen bringen; ſie würden die Barke be⸗ ſteigen, da ſie auf ſolche Weiſe gewiß wären, keine Spu⸗ ren zu hinterlaſſen, und ſich ſtromabwärts in's ſchwarze Meer und nach Conſtantinopel begeben, wo Irene Ver⸗ wandte hatte und ſie ſich heirathen wollten.

Als dieſer ſchöne, leicht auszuführende Plan einmal gefaßt war, kehrte die Freude in das Thürmchen zurück. Man harrte nur noch der Zukunft, man bildete tauſend goldene und blumenreiche Pläne, man liebte ſich, wo mög⸗ lich, noch tauſendmal mehr, als man einſah, daß man ſich immer lieben könne. Allein es geſchah...

Der Marquis hielt plötzlich inne.

Was geſchah? fragte Robert.

Sie ſollen es morgen erfahren, meine Lieben, für heute laſſen Sie uns zur Ruhe gehen.

Ei, Sie berechnen Ihre Effekte, Sie erhalten die Neugier in Spannung, Vetter! So warten wir denn!

Am folgenden Abend verlangte Robert, den dieſe Er⸗ zählung an dem Orte des Ereigniſſes ſelbſt ſehr intereſſirte und deſſen jugendliche Einbildungskraft dieſe Landſchaft mit den von Amadee in's Leben geweckten anmuthigen Geſtalten bevölkerte, verlangte Robert dringend die Fortſetzung der⸗ ſelben, und gegen die Gewohnheit der Erzähler ließ ſich der Marquis nur einige Minuten bitten. Beatrir horchte dieſer Erzählung traurig zu und ſchien die melancholiſchen Geſpenſter der Sage erſchrockenen Auges zu verfolgen. Fräulein Orthez überließ ſich dem Reiz der Träumerei in einer ſchönen Nacht und einer ſchönen Gegend; ſie liebte die phantaſtiſchen Märchen und alten Sagen und ihr unter⸗

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