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kommener Ruhe und Gemeſſenheit, und erlaubte ſich nicht die geringſte Bemerkung.
Von ihrer Einſamkeit aus ſah Irene die Lichter, die Ritter, die ſchönen Damen; ſie höͤrte die Geſänge und verfolgte, hinter ihren farbigen Fenſterſcheiben verborgen, mit dem Auge die fröhlichen Tänze. Nudolf hatte ſie be⸗ nachrichtigt, daß er ein Feſt gebe, daß er ſie vielleicht einige Tage lang nicht ſehen könne und ſie bitte, verbor⸗ gen zu bleiben und ihre Anweſenheit nicht ahnen zu laſſen; er hatte die Liebe, die Eiferſucht angerufen und erlangte Alles, was er wünſchte.
Noch ein anderes Herz wachte in der Stille und in Dunkelheit, ein anderes Herz litt und liebte mitten unter dieſem fühlloſen Gepränge. Durch ſeine eigenen Gefühle belehrt, merkte endlich Günther, daß es Irene ſei, und ahnte ihre Stellung Rudolf gegenüber. Er erfuhr deſſen Vermählung und von jetzt an wurden die Leiden der Ver⸗ laſſenen die ſeinigen. Durch die Nachſicht ſeines Oheims verwöhnt, war er Tage lang abweſend, ohne daß Jemand Rechenſchaft von ſeiner Zeit von ihm verlangte. Dieſe Tage brachte er mit Bewachung ſeines Idols zu, um ſie, wie er glaubte, vor jeder Gefahr zu ſchützen. Bald ge⸗ nügten ihm die Tage nicht mehr; er fand ein Mittel, Nachts aus ſeiner Zelle zu entwiſchen, fuhr die Donau hinab, ohne ſich um die Gefahren zu kümmern, und kehrte zu ſeinem Obſervatorium zurück.
Ach, die arme JIrene brachte die ganze Nacht unter Thränen auf ihrem Söller zu; ſie ſang die traurigen Lie⸗ der ihres Landes und ſtarrte zum umwölkten Herbſthimmel hinauf, denn der undankbare Rudolf kam nicht mehr zu ihr, um ſie zu tröſten, und mit Ausnahme der ſchwarz⸗ braunen Sklavin, die ihr ihre Nahrung brachte, ſah ſie nur noch den Himmel und die dem ſchwarzen Meere zu⸗ eilenden Wellen des Fluſſes, die ihre Klagen, ihre Wünſche ihre Thränen mitnahmen.
Eines Nachts ſandte ſie den Winden ihre troſtloſen


