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bringen. Er ging zu ihr, ſagte ihr, daß eine ungeheure Gefahr ſie Beide bedrohe, wenn ſie nur verſuche, ihr Thurmchen zu verlaſſen; daß er ſie täglich beſuchen werde, ſie aber die Schwelle deſſelben unter keinem Vorwande überſchreiten dürfe. Das arme, mit der Welt unbekannte Mädchen glaubte es, ohne zu zögern, und ſchwur bei Chriſtus, ſchwur bei ihrer Liebe, ihn unabläſſig zu erwar⸗ ten und ihn nie aufzuſuchen, und müßte ſie auch vergeblich harren. Zur größeren Sicherheit behielt er den Schlüſſel nni Düichgange bei ſich und hielt ſeine Ruhe ſomit für gewiß. Zu gleicher Zeit erzählte er ſeiner Braut, daß er im Orient in die Wiſſenſchaft der Zauberer eingeweiht worden ſei und einen geheimnißvollen Pavillon beſitze, in den bei Todesſtrafe Niemand den Fuß ſetzen dürfe, daß ſein Spi⸗ ritus familiaris, ſein Schutzgeiſt, eine Art orientaliſcher Peri, häufig dort erſcheine, und Uneingeweihten den Ein⸗ tritt unterſage.
So lautet unſer Vertrag, ſagte er, und bei dem ge⸗ ringſten Ungehorſam würde ich meinen Schutzgeiſt unwieder⸗ bringlich verlieren. Das größte Unglück wäre die Folge davon; denn Ihr wißt nicht, Fraulein, wie ſehr dieſe mächtigen Geiſter zu fürchten ſind.
Das Fräulein, welches ſelbſt ein ſehr mächtiger, ob⸗ wohl ſehr irdiſcher Geiſt war, wußte wohl, woran ſie ſich zu halten hatte. Sie ſtellte ſich, als glaube ſie an dieſe phantaſtiſche Geſchichte und nahm ſich vor, alle Mittel anzu⸗ wenden, um ihre Nebenbuhlerin zu beſeitigen und alleinige Herrin ſowohl des Schloſſes als des Schloßherrn zu ſein. Schön und vermöge ihres Geiſtes über den Aberglauben jenes Jahrhunderts erhaben, ließ ſich Gertrud, dem Anſchein nach, doch durch Rudolf's Lügen täuſchen. Sie kam an ihrem Hochzeitstage in Fuchsberg an, zitterte an allen Gliedern, als ſie von Weitem das furchtbare Laboratorium erblickte, empfing die Huldigungen eines Jeden mit voll⸗


