Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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die, einen Zauber bereite oder einen geheimnißvollen Gott anbete.

Auf der anderen Seite des Fluſſes, wo man noch die Spitze eines gothiſchen Thurmes ſieht, befand ſich ein ſehr beruͤhmtes Benediktinerkloſter. Die ſchon damals ge⸗ lehrten Mönche brachten ihr Leben mit Studiren und Ja⸗ gen in der Umgegend zu, was ihr herrſchaftliches Recht ihnen erlaubte; denn dieſe Diener des Himmels waren ſehr große Herren. Unter den Novizen bemerkte man einen jun⸗ gen Bruder, den jüngeren Sohn eines benachbarten Ba⸗ rons, der den Knaben von Geburt an für's Kloſter beſtimmt hatte, ohne daß ſpäter deſſen Neigung darüber befragt ward. Man ſteckte ihn noch als kleinen Knaben in das Kloſter, deſſen Abt ſein Oheim war, in der Hoffnung, er werde einſt der Nachfolger deſſelben werden.

Der Knabe ward in der Abtei von Allen gehätſchelt, von den Einen aus Ehrgeiz, von den Andern aus Freund⸗ ſchaft; denn Günther war ein herziger Burſch. Von im⸗ mer gleicher Laune, gemeiniglich traurig, obwohl ſtets ſanft, irrte er unabläſſig in den Wäldern oder im Thale herum, zwar nicht um zu ſtudiren, oder den Hirſch zu jagen, wie ſeine Mitbrüder, ſondern um ſich nach Herzensluſt in die Welt hineinzuträumen, die er nie kennen ſollte, um dort mit ſich allein von Liebe, Ruhm, Turnieren, Schlachten und ſchönen Damen zu reden.

Eines Tages überließ er ſich in einer kleinen Barke der Strömung des Fluſſes und empfand ein wahres Ver⸗ gnügen, eine reizende Luſt, der Gefahr der Stromſchnelle zu trotzen, ohne dieſelbe zu bekämpfen zu ſuchen. Durch das Geplätſcher des Waſſers drangen ſeltſame Töne, als kämen ſie vom Himmel, an ſein Ohr; ſie hatten etwas Mildes und zugleich Durchdringendes. Günther fand Ge⸗ fallen daran, ohne ſich Rechenſchaft darüber zu geben. Als ſein Nachen die ſchwierige Stelle hinter ſich hatte und nun ruhig am Fuße des Schloſſes hinglitt, richtete er ſeine Augen in die Höhe und gewahrte weit über ſich droben

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