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und gleichſam über dem Abgrunde ſchwebend, eine ſich vor⸗ wärts beugende weiße Geſtalt, deren Kleid in den Strahlen der Sonne erglänzte. Von Staunen erfaßt, hielt er an. Die Muſik in den Luüften fuhr immer fort, wurde deutlicher und bald erlangte er die Gewißheit, daß ſie von jenem unerklärlichen Weſen herrühre, welches er in ſeinem naiven Glauben für einen Engel hielt.
Er ruderte ſeine Barke an's Ufer und traf dort einen Leibeigenen, der fiſchte.
Was iſt denn das da oben? fragte er ihn.
Das, ehrwürdiger Bruder, iſt der Geiſt des Barons von Fuchsberg.
Ein Geiſt, Jeſus Maria! Und Du fürchteſt Dich nicht und redeſt davon, ohne Dich zu bekreuzigen.
O, wir ſind an ihn gewöhnt, er iſt nicht bösartig. Er ſingt immer ſo am Fenſter, ſo lange der Baron ab⸗ weſend iſt. Dann gewahrt man ihn nicht mehr, bis Herr Rudolf wieder auf die Jagd geht. Der Geiſt hat ſich die⸗ ſen Thurm erbaut, er wohnt darin, er gefällt ſich darin, und wenn man ihn nicht beunruhigt, haben wir Nichts von ihm zu fürchten.
Das muß ein ſcheußlicher Dämon ſein?
Scheußlich! Das ſchönſte Frauenbild iſt er, das Gott erſchaffen hat.
Haſt Du ſie geſehen?
Schon mehr als hundert Mal.
Man kann ſie alſo ſehen, ohne zu ſterben... und ohne zu ſündigen?
Ohne zu ſündigen... das weiß ich nicht, aber ohne zu ſterben wohl!
Wo haſt Du ſie geſehen?
Wenn man in den Wald hinaufgeht, gelangt man auf einen kleinen Felsvorſprung, wo man ſie prächtig ſehen kann. Ich habe oft ganze Stunden dort zugebracht.
Und... ſie ſieht Einen nicht, ſie?
Ha, nein!


