Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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wie ein Verliebter, neben ſeiner Geliebten ſitzend und ge⸗

nöthigt, ſeine Empfindungen zu verbergen und die über⸗

ſtrömenden Gefühle in ſein Herz zurückzudrängen.

3 Niemand ſprach. Flavia hatte ſich ſo eben zu Bette

gelegt. Robert fühlte die Nothwendigkeit, dieſes Schwei⸗

gen zu brechen, und wandte ſich an den Marquis mit den orten:

Sie haben uns die Erzählung einer Sage verſprochen, Amadee, Sie können nie eine prächtigere Gelegenheit finden. Wir ſind Alle zu Schauerſcenen aufgelegt, nicht wahr, meine Baſe?

Ich ſchaudere zum Voraus, erwiederte Beatrir, ſich feſter in ihren Shawl wickelnd.

Und Sie, Fräulein Orthez?

O, mir kommt eine Schauergeſchichte ganz erwunſcht, und wenn uns der Herr Marquis in Angſt jagen will, ſo ſoll es mich freuen.

Ich kann ſo einmüthigen Bitten nicht widerſtehen. Merken Sie ſich wohl, daß ich Nichts erfinde, daß Sie eine wahre Geſchichte hören werden, daß Sie ſich gerade an der Stelle befinden, wo dieſes Ereigniß ſtattgefunden hat, und daß dieſer Epheu vermuthlich Zeuge davon war.

Wie geſchickt das eingeleitet iſt! Das iſt ja ein ganz prächtiges Vorſpiel.

Sie ſind zu nachſichtig, Robert, warten Sie den übrigen Theil ab. Leihen Sie mir Alle ein aufmerkſames Ohr, denn dieſe Sage iſt der Aufmerkſamkeit einer Königin würdig; ſie enthält Alles, das Drama und die Strafe für das Verbrechen, die Theilnahme die Entwicklung...

Zur Sache! zur Sache! 3

Sogleich. Sie haben wohl in der Gallerie eine tür⸗ kiſche Fahne mit einem rieſigen Halbmond verziert, be⸗ merkt?

Gewiß. 5

Wohlan, dieſe Fahne wurde von einem Herrn von Fuchsberg von der durch die Kreuzfahrer bewerkſtelligten