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Gluth des Glaubens, welcher von dem Antlitz des hin⸗ ſterbenden Kindes ſtrahlte, eine wahre und dauernde Lehre lernten.
Faſt bis zuletzt ſaß Roſe in dem kleinen Lehnſtuhl in dem Ladenfenſter, weil ſie ſich nicht von dem täglichen und liebevollen Verkehr mit den zahlreichen Freunden trennen konnte, die gewohnt waren, ſie hier zu ſehen; und ſo oft war Mabel in den letzten vierzehn Tagen ihres Lebens bei ihr, daß auch ihr Geſicht ein vertrautes für die Nach⸗ barſchaft wurde, welche dankbare Zuneigung für Roſy's ſchöne Freundin zu fühlen ſchien.
Die Nachbarn wußten, wie unermüdlich ſie in Auf⸗ merkſamkeiten und wie freigebig mit Geſchenken ſie für das kranke Kind geweſen war; ſie hatten mit eigenen Augen manche Sendung Bücher, Früchte oder kräftige Speiſen ge⸗ ſehen, welche in der Wohnung der Wittwe angelangt war und ſie hatten ſich über Roſy's Freude an dem ereigniß⸗ reichen Tag der Ausfahrt mitgefreut.
Aber ſie wußten nicht, welch herrliche Segnungen ſie dafür eingetauſcht hatte; ſie konnten nicht ermeſſen, welch erquickende Nahrung ihre Seele aus dieſer Quelle kindlicher Weisheit geſchöpft; ſie konnten ſich nicht mitfreuen über die in dieſem Herzen erweckten heiligen und bußfertigen Empfindungen— Empfindungen, welche Freude im Himmel hervorbringen.
Erſt in ſpätern Jahren würdigte Mabel vollſtändig die Quelle, der ſie ihre meiſten frommen Strebungen ver⸗ dankte; erſt als ſie die Nichtigkeit anſpruchsvollerer Lehrer erkannt und gelernt hatte, daß die erhabenſten Wahrheiten oft diejenigen ſind, welche Gott den Klugen und Weiſen verborgen und den unſchuldigen Kindlein enthüllt hat.
Am Tage des vorhin erzählten Geſprächs mit Roſe verließ ſie den Laden der Wittwe Hope, um mit einem wunderbar getröſteten und erleichterten Herzen nach Hauſe


