Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

u

Führung, welche das Kind ausſprach, rührten und erſchüt⸗ terten die Seele, welche nach Ermuthigung und Stärkung lechzte. Mabel konnte nicht anders antworten, als durch die Thränen, welche ihre Augen füllten. Roſe fuhr fort:

Es hat lange Tage und Nächte gegeben, Miß Mabel, wo ich in großen Schmerzen auf meinem Bettchen lag, mir große Sorgen machte über dem Gedanken, wie ſehr ich zur Laſt war, wie arm wir waren und mehr als um alles Andere, um Jack, und was aus ihm werden würde. Da⸗ mals konnte ich Gott nicht immer ſehen. Ich verſtand nicht, wie ſo viel Kummer in Liebe auferlegt werden könnte. Ich verſuchte, Geduld zu haben. Ich verſuchte, hoffnungsvoll und gläubig zu ſein; aber ich konnte es nicht verſtehen. Jetzt aber ſehe ich Alles, ſetzte ſie hinzu, während ein Glanz ſich über ihr bleiches Geſicht verbreitete und die nicht länger hohlen Augen ruhig eine nahe und ſichtbare Freude zu betrachten ſchienen;der Schmerz iſt ganz vorüber. Ich habe jetzt keine Sorge, nicht einmal mehr um Jack; das Bild hatte wahr geſprochen das Ende iſt faſt da und das Licht, das ich ſehe, entſtrömt dem Paradieſe Gottes.

Sie ſah in der That wie eine ſchon halb Selige aus, wie ſie auf den Schwingen des Glaubens getragen alle ihre vergangenen Leiden in der Fülle der ewigen Freude aufgehen ſah.

Ein ſo klares Erkennen von Gottes Vorſehung von Seiten Einer, welche ſich ihren Weg durch ein Labyrinth von Leiden getaſtet hatte, war wie ein Licht an einem dunkeln Orte. Die Wolke ſchien vor Mabels Zukunft zu

ſchwinden, wie ſie den feurigen Dank des Kindes für die

Liebe hörte, die ſeine Tage gekrönt hatte. Liebe Roſe, liebes Kind! ſagte ſie,es thut mir gut, Dich ſo glücklich zu ſehen. Sicherlich haſt Du einen