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und nachdenklichen Stellung ſich aufraffend zu gleicher Zeit die krankhaften und entmuthigenden Phantaſien von ſich zu ſchütteln ſchien, welche ſich allmälig ihrer Seele bemächtigt hatten. Wenn Dudley mich wahrhaft liebt, ſo kann er mir vertrauen; wenn nicht— aber ich will das nicht für möglich halten— ſo weiß er, wie viel mir an der Reiſe lag; er wird überzeugt ſein, daß mich keine geringfügige urſache hier zurückgehalten hat; er wird zurückkehren und ſich der Wahrheit verſichern. Unterdeſſen will ich meine Kraft nicht in nutzloſer Klage vergeuden.
Getreu dieſem Vorſatz griff ſie zu dem wohlbekannten Mittel, das Mrs. Herbert ſtets bei Heimweh und andern krankhaften Stimmungen empfohlen hatte, ſuchte ſich eine Beſchäftigung und fing an, obgleich nicht ohne Zögern, zahl⸗ reiche Briefe ihrer ehemaligen Schulgenoſſen zu beantwor⸗ ten. Sie ſparte keine Mühe, um in einem heitern Tone zu ſchreiben und ihren jungen Freundinnen verrieth in ihren Mittheilungen nichts die Verhältniſſe, unter denen ſie ge⸗ ſchrieben waren; aber wie Mrs. Herbert, der ſie ebenfalls zu Geſicht kamen, ihre vorher ſo glühenden Beſchreibun⸗ gen des ſtädtiſchen Lebens bereits wieder von liebevollen und rührenden Erinnerungen aus ihrer Schulzeit erſetzt ſah, argwohnte ſie innerlich, daß ſie der erſtern ſchon über⸗ ſatt war und daß ſie ſich von Neuem nach den einfachen Freuden ihrer Kindheit und ihrer ländlichen Heimath ſehnte. 3
Mabel machte mehr als einmal den Verſuch, dieſer lang geprüften Freundin für das erſt vor Kurzem entdeckte koſtbare Geſchenk zu danken, ein Bewußtſein der gro⸗ ßen Erkenntlichkeit auszuſprechen, die ſie ihr für alle ihre Liebe und all ihren Rath ſchuldete und ihr Herz mit der Verſicherung zu erfreuen, daß das, was ſie ihr in ihrer Jugend ſo treulich gelehrt, im reifern Alter ihr Leitſtern
ſein werde; aber jedesmal ſchrak ſie vor den mit dem Ver⸗


