Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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lichen Regel, und er ging wie faſt immer bald nach dem Frühſtück aus, ohne ihr eine Andeutung zu geben, wohin er ginge oder wann er zurück zu kehren beabſichtigte.

Es war hart, ihn ſo gleichgültig gegen eine neu er⸗ wachte Liebe, ihre Sorge und ihre Gebete für ihn wegge⸗ hen zu ſehen und allein zu Hauſe zu bleiben und über die ſcheinbare Nutzloſigkeit des von ihr gebrachten Opfers nach⸗ zudenken. Hätte dieſes Opfer thätige Arbeit oder be⸗ ſtändige Beſchäftigung für Kopf und Hände gefordert, ſo wäre es Mabels energiſchem Temperament verhältnißmä⸗ ßig leicht geworden. Aber geduldiges Harren und Warten, Hoffen, wo keine Hoffnung iſt, ſind zwar ſehr heroiſche Tugenden, ſtacheln aber den Entſchluß wenig an und ver⸗ langen die größte Anſtrengung ſelbſtverleugnender Kraft.

So darf man ſich nicht wundern, daß ſie geiſtig ſich entmuthigt fühlte, wie ſie zwecklos von einem Zimmer ins andere wanderte; daß ihre Gedanken hinüberſchweiften zu der Vergnügungspartie, an der ſie theilzunehmen gehofft hatte; und daß wie die Erinnerung an eine noch theurere Hoffnung ihr Herz durchzitterte, ſie nicht dem ſich ihr auf⸗ drängenden Bedauern widerſtehen, nicht die emporquel⸗ lende Thräne hemmen konnte.

Aber Mabel war von Natur weder ſchwach, noch leicht zu entmuthigen; Ungewißheit und Zweifel hatten aller⸗ dings in gewiſſem Grade ihre Kräfte gelähmt und während 8 ſie zwiſchen zwei Meinungen ſtillſtand, hatte ihr unentſchloſ⸗ ſenes Benehmen das Schwanken ihrer Entſchlüſſe ver⸗ rathen.

3 So wie ſie aber den Pfad des Rechten einmal klar erkannt und gewiſſenhaft eingeſchlagen hatte, war ihr eine Feſtigkeit, Stetigkeit und Selbſtachtung eigen, welche unter⸗ ſtützt von chriſtlichen Grundſätzen verſprachen, daß ſie ihn, 1 was es auch koſte, bis ans Ziel verfolgen würde. Meine Wahl iſt getroffen, dachte ſie, als ſie aus einer thatloſen 3