Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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2 worden, und Cäcilie hatte es in ihrer Sorgloſigkeit ver⸗ geſſen. Faſt überzeugt, daß es eine Botſchaft freundlichen Rathes ſei von derjenigen, die ihr immer zu Hülfe gekom⸗ men war, wo ſie der Leitung bedurfte, riß ſie haſtig das

Papier auf und fand darin eine kleine Taſchenbibel. Ge⸗

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rührt von dieſem Beweis der Liebe und von der Natur des Geſchenks, ſchlug ſie mit Ehrfurcht das Buch bei der erſten Epiſtel St. Johannis auf, wo ein Zeichen darin lag, und ihr Auge fiel ſogleich auf die angeſtrichenen Worte: meine Kindlein, laſſet uns nicht lieben mit Wor⸗ ten, noch mit der Zunge, ſondern mit der That und mit der Wahrheit.

Voll Ehrfurcht vor dieſer feierlichen Mahnung, die ihr mit der ganzen Kraft göttlicher Autorität ausgeſtattet er⸗ ſchien, ließ Mabel ihr Haupt auf den Deckel des Koffers ſinken und fiel, die Bibel in der Hand, auf die Knie nieder.

Jetzt erſchien wieder vor ihr jene längſtvergeſſene Scene aus ihrer Kindheit, wo Mrs. Herbert zuerſt verſucht hatte, ihr dieſe große Lehre einzuprägen. Wie lebhaft ſtand noch vor ihrer Erinnerung jener letzte Abend ihres Schullebens, wo die getreue Lehrerin ſie gewarnt hatte, ſich vor jenem tückiſchen Feind zu hüten, deſſen Vorhandenſein in ihrem Herzen ſie ſo ſtolz geleugnet hatte vor dem Dämon der Selbſtliebe, welcher die heiligſten Neigungen untergräbt und die verderbte Seele in Ketten legt.

Sie konnte ſich nicht länger täuſchen; bei allen ihren Gelegenheiten, Gutes zu thun und zu wirken, bei all ihrem Selbſtvertrauen und ihrem Stolze, bei all ihrer gerühmten Liebe für Harry fühlte ſie, daß ſie gewogen und zu leicht befunden worden war denn an Edelmuth hatte ſie ein ſchwaches, krankes Kind übertroffen ſie hatte nicht ge⸗ liebt wie Roſy.

Zerknirſcht, gedemüthigt, voll Eifer, ſich auf dem Pfad