Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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chen zu uns in den ſtillen Gemächern des Gedankens, wenn aller Lärm ausgeſchloſſen iſt und die Stimme der Freude für eine Zeit ſchweigt, und die wriched Pflicht an die Stelle heißblütigen Vergnügens tritt. Während wir den Schmetterlingen der Thorheit nachjagen, oder die Sommer⸗ ſtunden im Spiel vergeuden, können wir uns die große Lehre des Lebens nicht zu Herzen nehmen; aber, vielleicht in Schmerzen gepflanzt und mit Thränen genährt, wird ſie eines Tages in Freude und Friede blühen. Wende Deinen Fleiß auf dieſe letzte Lektion, Mabel, ſtrenge die beſten Kräfte Deiner Seele zu ihrer Erlernung an, ſtrebe ihr nach mit der Energie, welche heute ſiegreich geweſen iſt, und mir wird vor Deiner Zukunft nicht bange ſein.

Mabel verſtand damals nicht ganz die volle Bedeutung dieſer Worte, die, von innigem Gefühl eingegeben, mehr die Form eines Selbſtgeſprächs als einer den Jahren des Kindes angemeſſenen Anrede annahmen. Aber ſie waren nicht an ihr verloren. Wie Saamenkörner voll froher Hoffnung pflanzten ſie ſich in ihrem jungen Herzen ein; die Erinnerung hielt ſie warm und endlich brachten ſie von der Zeit gereifte Früchte der Gerechtigkeit.

Und noch einmal. Als Mabel ihr achtzehntes Jahr erreicht hatte und die Zeit gekommen war, wo die Schülerin von der Lehrerin ſcheiden ſollte, die während mehr als einer Hälfte des Lebens des Mädchens dieſem weniger eine Leh⸗ rerin als eine Mutter geweſen war, waren Worte ähnlichen Sinnes die letzten, welche warnend und belehrend von den verehrten Lippen des Alters und der Erfahrung ſich in das aufmerkſame Herz der Jugend ſenkten.

Lerne vor allen Dingen, meine Liebe, ſagte Mrs. Herbert, wie ſie am Abend vor Mabels Abreiſe bei einan⸗ der ſaßen,lerne vor allen Dingen Dich vor Selbſtliebe hüten und ſuche ſo viel wie möglich allgemeine Menſchen⸗ liebe in Dir auszubilden. Es iſt der beſte Rath, den ich