erſten regelmäßigen Conjugation, und in Mabels Augen eine gar ſchwierige Aufgabe.
Sie beſaß jedoch ein vortreffliches Gedächtniß und jedes Erforderniß, um raſch zu lernen, und da ſie jetzt mit ganzem Herzen bei der Aufgabe war, gelang es ihr, noch vor der feſtgeſetzten Zeit alle ihre Schwierigkeiten zu über⸗ winden.
Ehe die Stunde vorbei war, erſchien ſie mit frohem Geſicht und mit der Grammatik in der Hand vor Mrs. Herbert und bat ſie, ihr die Aufgabe abzuhören. Sie ver⸗ ſicherte ihr, daß ſie jedes Wort derſelben kenne und die ganze Lektion zweimal hergeſagt habe, ohne ins Buch zu ſehen. Dies war wahr und die junge Schülerin ſagte ohne Stocken ihre Lektion her.
„Und ſehen Sie nur,“ rief ſie aus, wie ſie die Gram⸗ matik aus der Hand der Lehrerin nahm, nachdem dieſe ihr für ihren Fleiß das verdiente Lob geſpendet,„es iſt ganz ſo, wie Sie mir geſagt haben! Ich habe mir das nächſte Verbum angeſehen und es iſt dieſem ſo ähnlich, daß es mir gar nicht ſchwer werden wird,“ und Mabel hob mit Eifer die ähnlichen Formen hervor.
Ueber den Eifer der kleinen Schülerin lächelnd, machte Mrs. Herbert ſie noch auf weitere Aehnlichkeiten aufmerk⸗ ſam, wünſchte Mabel Glück zu dem eben gemachten Fort⸗ ſchritt und ſagte dann mit Nachdruck, indem ſie die Hand auf die Achſel des Kindes legte:„und ſo iſt es im Leben, meine liebe Mabel; iſt die erſte Liebeslektion einmal ge⸗ lernt und zwar geduldig, wahrhaft und mit ganzem Her⸗ zen, nicht leichtſinnig überflogen, oder als Spiel gehand⸗ habt, ſondern fleißig in die Seele aufgenommen und dort für immer eingeprägt, ſo wird dieſe Lektion alle Prüfungen des Lebens erleichtern und alle ſeine Geheimniſſe beleuch⸗ ten. Aber glaube mir, Kind, man lernt ſie ſelten im Son⸗ nenſchein und in der Luſt des Lebens. Ihre Lehren ſpre⸗


