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daß, wenn Du dies Verbum einmal könnteſt, Dir alle andern verhältnißmäßig leicht werden würden. Ich habe
Dir jedoch nicht verſprochen, daß der Obſtgarten ein guter
Platz zum Lernen ſei oder der Lärm der Kinder dazu bei⸗
tragen würde, Deine Gedanken bei dem Buche feſtzuhalten.
Du hätteſt auf Dein Zimmer gehen, die Thür zumachen
und Dir vornehmen ſollen, Dich wenigſtens eine Stunde
lang Deiner Aufgabe fleißig zu widmen. Willſt Du das
jetzt thun?“
Mabel zauderte, warf einen ſehnſüchtigen Blick auf den Spielplatz hinaus und ſchlug dann die Augen nieder, die ſich raſch mit Thränen füllten.
Nachdem Mrs. Herbert vergebens eine Weile auf eine Antwort gewartet hatte, legte ſie ihren Arm um die Hüfte der Schülerin, heftete ihre ſanften Augen auf ihr Geſicht mit einem Blick, der Aufmerkſamkeit erzwang, und wen⸗ dete in milder aber eindringlicher Form ſolche Gründe an, welche am Eheſten ihren Ehrgeiz reizen und ſie zu der erforderlichen Kraftanſtrengung anſtacheln konnten. Die Kleine war mit vortrefflichen Fähigkeiten ausgeſtattet, aber noch nicht an ausdauernden Fleiß gewöhnt und bedurfte eines kräftigen Sporns. Dieſen wußte Mrs. Herbert an⸗ zuwenden, und hatte bald die Befriedigung, zu ſehen, wel⸗ chen Eindruck ihre Worte hervorgebracht hatten, denn Mabel richtete ſich mit entſchloſſener Miene gerade auf und rief mit Energie aus:„ich glaube, ich kann die Lektion lernen und ich will ſie lernen.“
„Und vergiß nicht,“ ſagte Mrs. Herbert mit einem liebevollen Blick der Theilnahme und des Beifalls auf ihre raſch ſich entfernende Schülerin—„vergiß nicht zu Deiner Ermuthigung, was ich Dir geſtern ſagte, daß, je gründlicher Du die Eine Lektion lernſt, deſto leichter werden Dir alle ſpäteren werden.“
Es war das Verbum amare— lieben— von der


