Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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und ſie zu jauchzender Freude anſtachelte, kehrte ſie wieder haſtig nach ihrem Platz unter einem alten Apfelbaum zu⸗ rück, hob ein abgegriffenes Buch aus dem Graſe auf, wo⸗ hin ſie es geworfen hatte, und ſchien für eine Zeit lang ganz ins Lernen vertieft zu ſein. Ihre Anfälle von Fleiß waren jedoch von kurzer Dauer. Bei der erſten Verſuchung, mit der ihr ihre Geſpielen nahten, warf ſie das Buch wieder weg, ſprang auf und eilte in fröhlichem Laufe mit ihnen nach der entlegenſten Ecke des Obſtgartens, von wo ſie dann erhitzt, müde und athemlos wiederkam. Jetzt hatte muthwillig eins der Kinder ihren Hut entwendet und for⸗ derte ſie neckend auf, ihn ſich zu ſuchen; dann huſchte ein Lieblingskaninchen vorüber und ſie mußte mit den Andern Jagd darauf machen. Vergeblich ging ſie nach jeder fri ſchen Unterbrechung von Neuem an ihre Lection und hielt ſich die Ohren zu, um den zerſtreuenden Jubel der Geſpie⸗ len fern zu halten. Der Verſuch war auch im Grunde nicht ſo ernſt gemeint, denn ihr Herz war überall eher als im Buche; und als endlich eine unſichtbare Hand die man⸗ nigfaltig mißhandelte Grammatik aus ihrem Schooße ent⸗ führte und über die Mauer warf, fühlte ſich von ihrem Verſchwinden die nur mit halbem Herzen Lernende wahr⸗ haft erleichtert und war die Erſte, die ein beifälliges Jauch⸗ zen über den muthwilligen Streich anſtimmte.

Gerade in dieſem Augenblick klingelte ein Glöckchen und mit einem überraſchten und beunruhigten Blicke in der Richtung des Hauſes eilte die Kleine fort, um das Buch

wieder zu holen, und begab ſich zur Abhörung, wozu das Klingeln das Zeichen war, hinein.

Sie trat vor ihre Lehrerin mit einem gerötheten Ge⸗ ſicht und anſtatt des frohen Lächelns von vorhin mit einer halb ärgerlichen und halb verdrießlichen Miene.

Die Lehrerin nahm, ohne Etwas zu ſagen, das Buch aus der Hand der Kleinen und fing an die Lektion abzu⸗