Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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VII

Die angelſächſiſche Abkunft macht uns Beide ſo ab⸗ geneigt, unſere Gefühle durch äußere Zeichen erkennen zu geben; oder ſollte ich vielleicht ſagen, ſo bereitwillig, unſere kleinen Mißhelligkeiten in Worte zu kleiden, während die tieferen Empfindungen(wie unſere Liebe und unſer Ver⸗ trauen zu einander) ungeſprochen bleiben. Obgleich wir nicht viel von dieſen Empfindungen reden, ſchätzen wir doch jedes Band zwiſchen uns, welches ihnen Kraft geben kann; und nicht das Unbedeutendſte derſelben iſt das Band einer gemeinſamen Literatur. Vielleicht iſt man zu gern mit dem Beiſpiel der Hinweiſung auf den Gerber in der alten Geſchichte bei der Hand, welcher Leder als das beſte Vertheidigungsmittel einer belagerten Stadt anempfahl, aber doch bin ich geneigt, den Austauſch von Romanen zwiſchen England und Amerika als Vermittler einer ange⸗ nehmen Bekanntſchaft mit einander höher zu ſchätzen, als den Austauſch von Werken von viel größerem, innerem Werthe. Durch die Vermittelung ſolcher Schöpfungen der Phantaſie gewinnen wir Einblicke in das häusliche Leben der Amerikaner, in ihre Art zu denken, ihre über⸗ lieferten Gebräuche und ihre ſocialen Verſuchungen, welche den Beobachtungen des Reiſenden fern bleiben, well

cher am Ende doch nur die Familie

auf der Straße oder an Feſt⸗ tagen ſieht und nicht im ſtillen häuslichen Kreiſe, wo der Fremde nur ſelten Zulaß findet. Dieſe amerikaniſchen Romane enthüllen uns unbewußt alle die kleinen Geheim⸗ niſſe des Hauſes: wir ſehen die Mahlzeiten,

wie ſie auf den Tiſch geſetzt werden;

wir lernen die Kleider kennen,