—
N——
△⏑ 2*
—un—K———9 ¼
pfindungen und Gefühle waren in der Sinnesänderung untergegangen, die ich erlebt hatte. Nüchternheit, Enthalt⸗ ſamkeit und ein glücklicher Gemüthszuſtand hatten ſich bei
mir als treffliche Aerzte erwieſen, und obwohl ich von den
Folgen meines Falles noch nicht geneſen war und wohl
auch nie geneſen werde, war ich jetzt doch in meiner Beſ⸗
ſerung ſo weit gekommen, daß ich von den„Gräueln“ nichts
mehr zu fürchten hatte. Der letzte Anfall, welchen ich von ihnen empfand, beſtand in der tiefen Ueberzeugung von dem
ruchloſen ſündhaften Zuſtande, worein ſie den Menſchen ver⸗
ſetzen. Mäßigkeitsvereine waren mir gänzlich unbekannt;
ich hatte nie etwas von ſolchen Dingen gehört oder ſie we⸗
nigſtens vergeſſen, ſobald die Nachricht davon in meinen Ohren verklungen war; mir ſelbſt unbewußt hatte ich mich
jetzt doch der wirkſamſten und dauerndſten von all dieſen
Geſellſchaften angeſchloſſen. Seit meinem Falle habe ich
keine geiſtigen Getränke mehr anders genoſſen, als in Ge⸗
ſtalt von Arzneien, und auch dann nur in ſehr geringen
Quantitäten, denn ich fühle jetzt auch nicht das geringſte
Verlangen mehr, mich zu betrinken. Durch Gottes Gnade
iſt nun der größte Fluch meines Lebens beſeitigt, und ich
habe wenigſtens in den letzten fünf Jahren als ein äußerſt
nüchterner, enthaltſamer Mann gelebt. Geiſtige Getränke
betrachte ich als eines der wirkſamſten Mittel, die der
Teufel beſitzt, um das Seelenheil der Menſchen zu unter⸗
graben, und ich wende mich von ihnen ſo gerne ab, als
ich es von der Sünde thun zu können wünſchte.
Ich ſchrieb nun an den Kaufmann, bei welchem meine Löhnung niedergelegt war, und meldete ihm meinen Ent⸗ ſchluß, das Spital zu verlaſſen, allein ich erhielt keine Antwort. Darum beſchloß ich nun, ſelbſt nach Batavia zu gehen, und nahm daher meine Entlaſſung aus dem Spi⸗ tal. Ich kann füglich behaupten, daß ich als glücklicher Mann dieſen Ort verließ, den ich als Krüppel betreten. Ich beſaß gar nichts mehr, nicht einmal die Mittel, mir mein Leben friſten zu können, doch war ich von den ſchwerſten meiner Burden erleichtert, und fühlte nun, daß ich leicht


