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Edward Myers oder Erinnerungen aus dem Leben eines Seemannes / hrsg. von James Feminore Cooper
Entstehung
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35⁵²2 liegt, an den einzigen Landsmann anſchließen wird, den er hier trifft und der ihm Beiſtand zu leiſten geneigt iſt. Auf dieſe Weiſe ſchloß ſich Chapman an mich an und ich ließ mir keine Mühe zu groß ſeyn, um ihn im Glauben an ſeinen Heiland zu beſtärken. Er hielt ſich für einen allzu⸗ großen Sünder, um zu einiger Hoffnung berechtigt zu ſeyn, und mein eifrigſtes Bemühen war es, ihn auf einige jener Regungen des Gewiſſens hinzuweiſen, welche die göttliche Gnade auch in mir wach gerufen hatte. Eines Tages, das Letztemal, als ich ihn ſah, las ich ihm die Geſchichte des Schächers am Kreuze vor; er hörte mir aufmerkſam zu, und als ich geendet hatte, ließ er zum Erſtenmal einige An⸗ zeichen von Hoffnung und Freude bemerken. Als ich ihn verließ, nahm er Abſchied von mir, denn er meinte, wir würden uns wohl nie wieder treffen; er bat mich noch um ein Gebet und ich verſprach es ihm. Ich kehrte hierauf in meinen Spital zurück und war eben im Begriff, mein Ver⸗ ſprechen zu löſen, als man mir die Nachricht brachte, daß Rer entſchlafen ſey, und er ließ mir noch durch den Boten ſagen, daß er als ein glücklicher Mann geſtorben. Der arme Junge, ich dürfte wohl eher ſagen: der glückliche Mann! ſandte mir alle die Bücher zurück, die er von mir geborgt hatte, und es mag wohl zum Beweis des Gemüths⸗ zuſtandes dienen, in welchem wir uns in Beziehung auf irdiſche Güter befanden, wenn ich hinzufüge, daß er mir noch ſeine letzten Kupfermünzen ſandte und mich bitten ließ, ſie zur Unterſtützung ſeiner armen Landsleute zu verwenden.

Neunzehntes Kapitel.

Etwa drei Monate nach Chapman's Tod war ich wie⸗ der ſo weit geneſen, daß ich das Spital verlaſſen konnte. Ich konnte nun zwar an Krucken gehen, hatte aber keine Hoffnung mehr, je wieder geſund zu werden. Ich fühlte natürlicherweiſe ein ſehnliches Verlangen nach meiner Heimath, denn all meine Entſchlüſſe, miſanthropiſchen Em⸗

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