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Schooß zu verhüllen. Man kam ihrem Wunſche nach, und nun wiederholte ſie deutlich, und faſt mit derſelben Stimme wie in ihren Kinderjahren, ein Gebet, das für dieſes frühe Lebensalter paßte. Wie ſchwach auch die Laute waren, ſo entging dennoch kein ein⸗ ziger den Lauſchenden, bis gegen das Ende, wo die Ausſprache immer leiſer wurde, und endlich in eine hehre Stille überging. Ruth hob ihre Tochter empor, und ſah, daß ihre Züge den ſanften Anblick eines ſchlummernden Kindes darboten. Das Leben ſpielte noch auf ihnen, wie das zögernde Licht an der erlöſchenden Fackel bebt. Ihre Taubenaugen blickten Ruth an, und den Schmerz der Mutter milderte ein verſtehendes, ein liebendes Lächeln. Dann wanderten ihre ſanften Augen wiedererkennend und zufrieden von einem Angeſicht zum andern. Bei Whittal wurden ſie verwirrt und zweifelnd; als ſie aber auf das ſtarre, zürnende und noch immer gebieteriſche Auge des todten Häuptlings trafen, da hatte ihr Wandern ein Ende auf ewig. Während einer ganzen Minute kämpften Furcht, Zweifel und Verwilderung mit früheren Erinne⸗ rungen um den Sieg. Ihre Hände zitterten, und krampfhaft um⸗ klammerte ſie Ruth's Gewand.
„Mutter!.... Mutter!....“ lispelte das von ſo vielen Ge⸗ müthserſchütterungen erſchöpfte Opfer.„Ich will noch einmal beten.... ein böſer Geiſt will mich faſſen.“
Ruth fühlte, wie ſie ſich mit aller Gewalt an ihr feſthielt, und hörte ſie einige Worte des Gebets hervorathmen, worauf ihre Stimme verſtummte und ihre Hände erſchlafften.— Als die halb⸗ ohnmächtige Mutter weggebracht war, ſchienen die Todten mit einem geheimnißvollen, geſpenſtiſchen, gegenſeitigen Verſtändniß einander anzuſchauen. Der Blick des Narraganſett⸗Fürſten war fortwährend, wie in ſeinen blühendſten Stunden, ſtolz, unbeugſam und voller Trotz; während das Auge des Weſens, das ſo lange von ihm ge⸗ liebt wurde, Verwirrung und Furcht, aber auch Hoffnung ausdrückte. Es folgte eine feierliche Stille; dann erhob ſich abermals Sanftmuth's


