Teil eines Werkes 
9 (1851) Die Beweinte von Wish-Ton-Wish oder die Puritaner in Connecticut / von J. F. Cooper ; Aus dem Englischen von Dr. Gottfr. Friedenberg
Entstehung
Einzelbild herunterladen

484

plötzlich in's Wort. Sanftmuth's Schulter mit dem Finger be⸗ rührend, ſagte er:*

Mein Vater vergißt, daß die Haut ſeines Sohnes roth iſt. Der Pfad zu den glücklichen Jagdgründen gerechter Indianer liegt vor ihm.

Heide, in Deinen Worten äußert der oberſte Geiſt des Wahns und der Sünde ſeine Gottesläſterung!

St!... Hat mein Vater geſehen, was im Gebüſch ſich regte?

Es war der unſichtbare Wind, Du abgöttiſches, ſpieleri⸗ ſches Kind in Mannesgeſtalt!

Und dennoch hat es mein Vater angeredet, erwiederte der Indianer, mit der ruhigen und doch beißenden Ironie ſeiner Lands⸗ leute.Sieh, ſetzte er mit Stolz, ja mit Wildheit hinzu;der Schatten iſt ſchon bei der Wurzel des Baumes vorüber. Der kluge Mann der Bleichgeſichter trete zurück; ein Sachem iſt be⸗ reit zu ſterben!

Sanftmuth ſeufzte laut auf, und zwar aus wirklicher Be⸗ kümmerniß; denn trotz der überſpannten Theorien und dogmatiſchen Sophiſtereien, welche ſein Urtheil trübten, waren ſeine Gefühle als

Menſch ungeheuchelt. Sich dem, was er einen unerforſchlichen Rathſchluß des Himmels nannte, fügend, zog er ſich in eine kurze V Entfernung zurück, kniete dort auf einen Stein nieder, und während

der noch übrigen Vorbereitungen hörte man ihn laut und brünſtig für die Seele des Verurtheilten beten.

Kaum hatte der Geiſtliche ſich entfernt, ſo winkte Uncas dem Dudley heranzutreten. Wie redlich und gutmüthig dieſer Grenzler es auch meinte, ſo war er, ſeinen Anſichten und Vorurtheilen nach, doch immer nur ein Geſchöpf ſeiner Zeit. Wenn er zu dem Urtheil⸗ welches den Gefangenen ſeinem tödtlichen Feinde überlieferte, ſeine Stimme gab, ſo hatte er wenigſtens das Verdienſt, zuerſt dazu gerathen zu haben, daß der Unglückliche gegen jene ausgedachten