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„Weib, ich bin ein Sachem und ein Krieger meines Volks!“ Es lag eine Strenge und ein kalter Unwille in der Stimme Conanchet's, wie ſeine Gefährtin ſie noch nie gehört hatte. Er ſprach wie ein Häuptling zu ſeiner Sklavin, nicht mit jener männlichen Schonung, die er ſich in ſeinem Umgange mit einem Sprößling der Bleichgeſichter angewöhnt hatte. Die Worte wirkten auf ihr Herz wie ein tödtlicher Froſt, und der Schmerz machte ſie ver⸗ ſtummen. Der Häuptling ſelbſt blieb noch einen Augenblick in düſtrer Verſchloſſenheit ſitzen, ſtand alsdann mißmuthig auf, zeigte nach der Sonne, und winkte ſofort den Beiden zum Aufbruch. In⸗ nerhalb einer Zeit, welche Derjenigen, die mit hochſchlagendem Herzen ſeinen raſchen Schritten folgte, nur eine Sekunde lang ſchien, kamen ſie um eine kleine Anhöhe, und in der nächſten Mi⸗ nute ſahen ſie ſich in der Gegenwart einer Anzahl Menſchen, welche offenbar ſie erwartet hatten. Dieſe ernſte Gruppe beſtand aus Uncas, zweien ſeiner grauſamſten und kräftigſten Krieger, dem Geiſtlichen und Eben Dudley.
Conanchet ging ſchnell auf die Stelle zu, wo ſein Feind ſtand, und faßte Poſten am Fuße des verhängnißvollen Baumes. Nachdem er auf den Schatten hingewieſen hatte, welcher noch nicht nach Oſten gekehrt war, kreuzte er ſeine Arme auf der nackten Bruſt, und blickte ſtolz und gleichgultig vor ſich hin. Todtenſtille herrſchte rings um ihn her.
Die Gelaſſenheit auf dem dunklen Geſicht des Uncas war eine Maske, welche den Kampf der getäuſchten Erwartung, der abge⸗ zwungenen Bewunderung und des Mißtrauens in ſeinen Zügen nur ſchlecht verbarg. Er betrachtete ſeinen langgehaßten, furchtbaren Feind mit einem auflauernden Auge, damit ihm keine zum Vor⸗ ſchein kommende Schwäche entginge. Es war nicht leicht, zu ſagen,
ob Verdruß oder Achtung das vorherrſchende Gefühl in ihm war, als er den Narraganſett ſo ſtreng Wort halten ſah. Von ſeinen zwei grimmigen Kriegern begleitet, ging der Häͤuptling, um die


