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„Will denn Conanchet ſagen, dieſe Frucht ſey nicht gut?“ fragte ſein Weib, indem ſie mit der Freude einer Mutter ihm den lächelnden Knaben entgegenhob.
Des Kriegers Herz wurde gerührt; er beugte das Haupt und küßte das Kleine ſo zärtlich, wie nur immer Eltern von min⸗ der wilden Sitten ihre Kinder küſſen können. Einen Augenblick lang ſchien es ihm Freude zu gewähren, das vielverſprechende Kind anzuſchauen. Doch wie er das Haupt wieder emporhob, und ſein Auge unwillkührlich der Sonne begegnete, da veränderte ſich der Ausdruck in ſeinem Geſichte nur allzubald. Er winkte ſeinem Weibe, das Kind wieder auf die Erde zu legen, wendete ſich feier⸗ lich zu ihr hin und fuhr fort:
„Die Zunge Narra⸗Mattah's ſpreche ohne Furcht. Sie iſt in der Hütte ihres Vaters geweſen, und hat von dem Ueberfluß darin gekoſtet. Iſt ihr Herz fröhlich?“
Das junge Weib zögerte zu antworten. Ihr brachte dieſe Frage plötzlich die Erinnerung zurück an alle jene wiederauflebende Gefühle ihrer Kindheit, an jene zärtliche Beſorgtheit, an jenes wohlthuende Mitgefühl, deſſen Gegenſtand ſie ſo kürzlich noch ge⸗ weſen. Doch alle dieſe Empfindungen wichen bald einer mächtigern. Ohne zu wagen, das Auge emporzuheben, und dem prüfenden Blick des aufmerkſamen Häuptlings zu begegnen, antwortete ſie mit feſtem Sinn, obgleich mit zagender Stimme:
„Narra⸗Mattah iſt eine Gattin.“
„Nun, ſo wird ſie auf die Worte ihres Gatten hören. Co⸗ nanchet iſt kein Häuptling mehr. Er iſt ein Gefangener der Mohigans. Uncas erwartet ihn in dem Walde.“
Trotz der Erklärung, die das junge Weib ſo eben gemacht hatte, legte ſie bei dieſer Trauerkunde wenig von der Ruhe einer Indianerin an den Tag. Zunächſt ſchien es, als ſträubte ſich ihre Seele, den Sinn ſeiner Worte zu faſſen. Verwunderung, Zweifel, Schrecken und entſetzliche Gewißheit bemächtigten ſich nach einander


