Teil eines Werkes 
9 (1851) Die Beweinte von Wish-Ton-Wish oder die Puritaner in Connecticut / von J. F. Cooper ; Aus dem Englischen von Dr. Gottfr. Friedenberg
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Sir, ich kenn' euch wohl; Und darf, von meiner Kunſt dazu ermächtigt, Ein ſelten Gut euch anempfehlen.

König Lear.

Gerade gegen Ende einer eben ſo ſchönen als ergiebigen Jah⸗ reszeit hebt die Handlung unſrer Geſchichte an. Schon lange war das Heu und kleinere Getreide eingebracht, und der jüngere Heath⸗ cote hatte mit ſeinen Arbeitern einen Tag damit zugebracht, den üppig emporgeſchoſſenen Mais oben abzuſchneiden, um aus dem nahrhaften Stengel ein gutes Futter zu gewinnen, und damit Sonne und Luft eindringen könnten, eine Getreideart zu härten, welche faſt als das Stapelerzeugniß dieſer Gegenden betrachtet werden kann. Der Veteran Heatheote war unter den Arbeitern während ihrer wenig mühſeligen Beſchäftigung herumgeritten, theils um eines

Anblicks zu genießen, der für ſeine Schaf⸗ und Rinderheerden Ueber⸗

fluß verſprach, theils aber auch um gelegentlich eine oder die andere heilſame geiſtliche Lehre einzuſtreuen, in welcher weit mehr dogma⸗ tiſche Spitzfindigkeit als praktiſche Anwendbarkeit zu erkennen war. Die Miethlinge ſeines Sohnes, dem er ſchon längſt die Bewirth⸗ ſchaftung ſeines Gutes übertragen hatte, waren alle ohne Ausnahme junge Leute, die im Lande geboren und durch lange Sitte und Ein⸗ ſchärfung daran gewöhnt waren, die meiſten Lebensbeſchäftigungen mit religiöſen Uebungen zu vermiſchen. Sie hörten daher achtungs⸗ voll zu, und ſelbſt dem Leichtfertigſten unter ihnen entwiſchte bei des Alten Ermahnungen kein frivoles Lächeln, kein ungeduldiger Blick, obgleich das Anhören jener langen Homilien ſelten durch Originalität erleichtert ward. Allein die Andacht gegen den großen Urheber ihres Daſeyns, ſtrenge Sitten und beſtändige Nahrung der Flamme des Eifers, welche, in der einen Hemiſphäre angezündet, in der ihrigen am längſten und glänzendſten fortlodern ſollte, hatte faſt

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