Teil eines Werkes 
9 (1851) Die Beweinte von Wish-Ton-Wish oder die Puritaner in Connecticut / von J. F. Cooper ; Aus dem Englischen von Dr. Gottfr. Friedenberg
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Um die Mitte des ſtebzehnten Jahrhunderts konnten in dieſem Lande weder Perſonen noch Eigenthum mit der Schnelligkeit und den Erleichterungen der jetzigen Zeit von einem Ort nach einem andern geſchafft werden. Der Straßen waren nothwendig wenige, und dieſe nur auf kurze Strecken; und zu Waſſer war die Com⸗ munication unregelmäßig, langſam und nichts weniger als bequem. Zwiſchen dem Theile der Maſſachuſetts⸗Bay, den Herr Heatheote eben verließ, und dem Fleck am Fluſſe Connecticut, wohin er ſich begeben wollte, dehnte ſich ein ſehr dichter Wald aus, weshalb er denn auch dem Waſſerwege den Vorzug gab. Aber nicht gering war die Zeit, welche die kleine Reiſe nach der Küſte, bis die Stunde der Einſchiffung ſchlug, koſtete. Während dieſes Aufenthalts kehrte er mit ſeinen Leuten bei den Frommgeſinnten ein; denn auf dieſer Halbinſel, wo jetzt die Thürme einer edeln und maleriſchen Stadt ſo viele Tauſend Wohnungen überragen, lagen ſchon damals die Keime des einſtigen Flors umhergeſtreut.

Der Sohn verließ ſeine Geburtskolonie und die Stätten ſeiner Jugendjahre nicht mit demſelben wankenloſen Gehorſam gegen den Ruf der Pflicht, wie der Vater. In dem neuangelegten Städt⸗ chen Boſton lebte ein ſchönes, jugendliches, ſanftes Weſen, deſſen Alter, Stand, Geſinnung, Vermögen und, was noch weit wichtiger iſt, Gefühle, mit den ſeinigen übereinſtimmten. Bald floß ihre Geſtalt mit jenen heiligen Gebilden zuſammen, die ſeine ſtrenge Erziehung dem Spiegel ſeiner Gedanken am häufigſten vorüberge⸗ führt hatte. Es iſt daher nicht zu wundern, daß der Jüngling ſich über den, ſeinen Wünſchen ſo günſtigen, Verzug freute, und daß er denjenigen Nutzen daraus zog, den eine ſo reine Liebe natürlich eingeben mußte. Er feierte ſeine Verbindung mit der ſanften Ruth Harding, nur eine Woche, ehe ſein Vater ſich zu ſeiner zweiten Pilgerfahrt einſchiffte.

Bei den Vorfällen dieſer Seereiſe zu verweilen, iſt nicht unſere Abſicht. Wenn auch der Geiſt eines außerordentlichen Mannes die

,..,-»