Teil eines Werkes 
9 (1851) Die Beweinte von Wish-Ton-Wish oder die Puritaner in Connecticut / von J. F. Cooper ; Aus dem Englischen von Dr. Gottfr. Friedenberg
Entstehung
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menſchlichen Wohlwollens unverkennbar in ſeinen Handlungen. Es gab kaum einen jungen Anfänger in der mühſeligen und wenig dankbaren Landwirthſchaft des Städtchens, deſſen Umgegend nie den Ruf der Fruchtbarkeit hatte, der ſich nicht einer geheimen Un⸗ terſtützung erinnern konnte, aus einer Hand kommend, die vor der Welt mit vorſichtiger und zurückhaltender Sparſamkeit geſchloſſen ſchien; und kein Pärchen unter den Gläubigen ſeiner Nachbarſchaft that ſich zuſammen, das nicht Beweiſe von ſeiner durch mehr als bloße Worte bethätigten Theilnahme an ihrem zeitlichen Glück erhalten hätte.

An dem Morgen, als die unter den Haushaltsgeräthen des Kapitäns ſtöhnenden Wagen von ſeiner Thüre abfuhren, und den nach der Küſte führenden Weg einſchlugen, war von den Erwach⸗ ſenen innerhalb vieler Meilen in der Runde auch nicht eine Seele abweſend; alle wollten Theil an dem rührenden Auftritt nehmen. Wie bei allen ernſteren Anläſſen ging dem Abſchiednehmen geiſt⸗ licher Geſang und Gebet vorher, darauf umarmte der unbeugſame Abendtheurer ſeine Nachbarn mit einem Blicke, der den harten und ſeltſamen Kampf ſeines beherrſchten Aeußern verrieth, gegen innere Gefühle, die mehr als einmal die ſtarren Schranken des ihm eigen gewordenen Weſens zu durchbrechen drohten. Die Be⸗ wohner jedes an der Straße belegenen Hauſes harreten im Freien, um den ſegnenden Scheidegruß zu empfangen und zu erwiedern. Mehr als einmal mußten die Wagenführer Halt machen, und alle, denen menſchliche Sehnſucht und menſchliches Rechenſchaftsgefühl inwohnte, drängten ſich heran, um für den Abreiſenden und für die Zurückbleibenden Segen zu erflehen. Leicht und flüchtig ward in dieſen Gebeten ſterblicher Güter Erwähnung gethan, dagegen um ſo länger und feuriger bei denen um geiſtiges Licht verweilt. Auf dieſe charakteriſtiſche Weiſe trat einer der früheſten Auswan⸗ derer in die neue Welt ſeine zweite Wanderung an, um von Neuem körperlichen Leiden, Entbehrungen und Gefahren zu trotzen.