196 Schluß.
Wir ſind nun am Ende unſerer, dem Leben ent⸗ nommenen Erzählung. Dank Euch, meine freundlichen Leſer, die Ihr mir bis hierher gefolgt. Der Abſchluß iſt ein ſolcher, wie er wohl ſeltener in Romanen, deſto häufiger aber im wirklichen Leben vorkommt und unſere Aufgabe war es, zu beweiſen, daß oft die reichbegab⸗ teſten Menſchen zu keinem reinen Glücke geboren ſind, daß ihr Schickſalsſtern nur zu oft, in ſeltſamer Ver⸗ kettung früherer, von Andern begangener Fehler, trübe auf ſie herniederſcheint. Unſere Erzählung enthält, wie ſo oft im Leben, den ſcheinbaren Sieg des Böſen, Grundſatzloſen, denn Theobald Alſing ſchwelgt im Ueberfluß, Johanna Brandt in ſcheinbarem Glücke, wo⸗ hingegen Breiten als einſamer Wanderer, nur ſeiner Kunſt ſich widmend, lebt. Aber wer vermag zu ſagen, ob Alſing jene wahre Ruhe in ſich trägt, welche zu ächtem Glücke erforderlich iſt? Wer vermag mit Be⸗ ſtimmtheit zu verſichern, daß nicht unter der geputzten, geſchminkten, hohläugigen Hülle Johanna's ihr Herz in marternder Pein ſchlägt? In raſtloſer Unruhe jagt ſie von einem Spiel⸗ und Vergnügungsorte zum andern und auf den erſten Blick erkennt man in ihr eine jener armen, rettungslos Verlorenen, die durch Flittergold


