Teil eines Werkes 
3. Bd. (1873)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

197

ihre marternde Unzufriedenheit mit ſich ſelbſt zu ver⸗

bergen trachten. Ihr Mann ſtarb im größten Elend in

einem Armenhauſe zu New⸗York, nachdem er ſein ge⸗ ſtohlenes Gut verſpielt hatte. Sein Bruder iſt von ſeinen Wunden geneſen und hat auf Breitenfeld eine dauernde Verſorgung gefunden; das Eſchmüller'ſche Ehepaar lebt nach wie vor in Liebe und Eintracht und die einzige, trübe Wolke ihres einfachen Lebens iſt Iſabella's früher Tod.

Was aber ihn betrifft, den ſchwergeprüften Mann, deſſen Schickſale wir uns bemühten, Euch vor Augen zu führen, ſo wundert Euch nun nicht mehr, Ihr freundlichen Leſer dieſer Erzählung, wenn Ihr in den Gemälden, welche er in ſeinem Schöpfungsdrange ſchafft, den tief ſchwermüthigen Zug vorfindet, der peinlichen Kritikern ſchon ſo oft zum Gegenſtande des Tadels geworden iſt. Ihr wißt nun, warum dieſe Schwermuth ihn beſeelt, denn iſt er auch mit den Jah⸗ ren ruhiger, gefaßter geworden, umſpielt ſogar auch zeitweiſe wieder ein heiteres Lächeln ſeinen Mund, Iſabella, die Kunſtreiterin, hat er nicht vergeſſen.

Ende.

Druck von Richard Schmidt in Reudnitz⸗Leipzig.