Teil eines Werkes 
3. Bd. (1873)
Entstehung
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Iſabella's bleiche Stirn bedeckte ſich mit kaltem Schweiße. Angſtvoll klammerte ſie ſich an Breiten.

Max, wo biſt Du, ich ſehe Dich nicht! rief ſie wildaufzuckend.

Hülfe Luft ich erſticke Max!

Iſabella, mein theures Mädchen, ich bin ja hier bei Dir, rief Breiten entſetzt.

Frau Euphroſina eilte nach Eſſig und Waſſer, beſprengte damit das Geſicht der Leidenden, deren Haupt auf Breitens Bruſt lag.

s iſt blos eine Ohnmacht, fürchten Sie nichts, meinte ſie beruhigend.

Iſabella ſchlug nochmals die Augen nach wenigen Sekunden auf und Breiten ſeußzte erleichtert.

Verlaſſe mich nicht, Max, mir iſt ſehr unwohl!

Das waren die letzten, deutlich geſprochenen Worte, es war das letzte Aufflackern der erlöſchenden Lebens⸗ lampe. Wie eine gelbe Maske legte es ſich über die ſchönen Geſichtszüge, der Blick der Augen ſuchte ver⸗ gebens nach dem geliebten Antlitz, das ſich über ſie beugte, ihre Lippen bewegten ſich, der Körper ward ſchwerer.

Heiliger Gott! das iſt keine Ohnmacht, der Arzt mein Gott, ſie ſſtirbt! rief Breiten in wahnſinnigem Schmerz und umfaßte das theure Weib in leidenſchaft⸗