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nicht wunderbar nach langen Leiden wieder zuſammen⸗ geführt? Du biſt ſo gütig gegen mich geweſen, mein theurer Freund, Gott ſegne Dich dafür! Und auch Du, Mutter Euphroſina“, wandte ſie ſich an Jene, welche mit einer Arznei an ihr Bett trat;„Du warſt mir ſeit Jahren eine treue Rathgeberin und Freundin, o, wie glücklich bin ich doch, Menſchen gefunden zu haben, die mich ſo lieben!“ 3
Sie nahm dann die Arznei und ſank zurück in die Kiſſen, von Neuem in Schlaf verfallend. Doch dieſes Mal währte derſelbe nicht lange, die Kranke erwachte bald wieder. Sie richtete ſich abermals auf im Bette, den Blick auf Breiten gerichtet. Etwas Starres, Angſtvolles leuchtete aus den Augen, welche einſt alle Welt bezaubert.
„Hört, wie Almanſor keucht“, flüſterte ſie,„das arme Thier— es ſetzt zum Sprunge an— ach!— der Lorbeer!— Er ruft— ich komme!“
„Iſabella, um Gottes Barmherzigkeit willen, was iſt Dir?“ rief Breiten tödtlich erſchrocken und fing die kraftlos zurückſinkende Geſtalt in ſeinen Armen auf.
„Geſchwind nach dem Arzte“, rief er der herbei⸗ eilenden Eſchmüller zu, welche ſeinen Befehl in fliegen⸗ der Haſt dem Kammermädchen mittheilte und ſodann
ans Krankenlager zurückeilte. 8 Creſſieux, Die Kunſtreiterin. III. 13


