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zu Theil werden. Es iſt dies ein Wunſch, den ich ſeit Jahren hege. Mache ſie glücklich, Theobald, ſie verdient es. Möge es Dir gelingen, Licht in das Dunkel ihrer Abkunft zu bringen. Die hier beiliegen⸗ den Briefe meines Freundes ſollen Dir zum Anhalts⸗ punkte dienen. Auch biſt Du berechtigt, dieſe meine Zeilen nach Umſtänden zu benutzen.
Karnſtein, am 10. April 18..
Franz Alſing.“ Es wäre ein intereſſantes Studium geweſen, die
verſchiedenen Eindrücke zu erforſchen, welche dieſes
Schreiben bei den Anweſenden hervorrief und die
eiſerne Ruhe zu beobachten, welche Denjenigen beherrſchte,
welcher dieſelben hervorgerufen. Kalt, anſcheinend theilnahmslos, aber in Wahrheit ſcharf beobachtend, überſah ſein ſchlauer Blick die hier Verſammelten, und feſte Entſchloſſenheit zeigte ſich um ſeine ſchmalen
Lippen.
„Nach all' dem ſo eben Vernommenen iſt es alſo an uns, Sie als den rechtmäßigen Erben ihres Onkels zu begrüßen“, unterbrach die ſchrille, ſcharfe Stimme des anweſenden Landrichters das momentane Schwei⸗ gen, indem er ſich dabei an Theobald Alſing wandte.
Der Bann war mit dieſen Worten gelöſt, welchen das Schreiben hervorgebracht und der auf den An⸗


