Teil eines Werkes 
3. Bd. (1873)
Entstehung
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44. Weſen einem ungewiſſen Schickſal Preis zu geben. Nein, dazu hatten wir die Kleine bereits zu lieb und ſo blieb ſie vorläufig bei uns. Als gar kein Anhaltspunkt ſich mir für die arme Kleine zeigte, ſcheute ich weder Koſten noch Mühe, das

Kind für mein eigenes auszugeben. Es galt als unſer

Kind, ohne es zu ſein, und nach dem Tode meiner Gattin bildete es meine Stütze im Leben. Nach den in ihrer Wäſche vorgefundenen Merkbuchſtaben und nach dem gravirten J. in einem goldenen Kreuz⸗ chen, das ſie um ihren Hals getragen, als ich ſie fand, nannten wir ſie Iſabella. Das Kreuzchen enthielt die ferneren gravirten Worte:J. H. 1. Mai 1833.7 Vermuthlich iſt dies Iſabella's Geburtstag und wir feierten ihn von da ab auch an jenem Tage.

Du warſt oft Zeuge, Theobald, wenn Iſabella mich befragte, bei welcher Gelegenheit ſie dieſes Kreuz⸗ chen erhalten. Ihre Fragen über ſolche Dinge ſetzten mich jedes Mal in unangenehme Verlegenheit. Vor ihrer Verbindung mit Dir ſoll ſie aber Alles erfahren. Das gute Kind! Gott ſegne ſie!

Du weißt nun, weshalb ich Eure beiderſeitige Ver⸗ bindung wünſche. Mein Name, den Iſabella ſo lange unrechtmäßig geführt, ſoll ihr durch Dich in Wahrheit