Teil eines Werkes 
3. Bd. (1873)
Entstehung
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gleich darauf die Beſitzung veräußert, war aus der dortigen Gegend fortgezogen, und man hatte ſich nicht weiter um ihn bekümmert. Der Aufruf in mehreren Zeitungen blieb ebenſo erfolglos; die Mutter des armen Kindes meldete ſich nicht. Entweder war ſie todt, oder ſie wollte ſich nicht um ihr Kind bekümmern, war viel⸗ leicht froh, dieſer Sorge enthoben zu ſein. Beide Fälle waren höchſt traurig; der letztere, welcher ein Zeugniß der Herzloſigkeit der Mutter war, noch mehr als der erſtere. Und doch, kamen ſolche Fälle nicht häufig vor? Ich kannte ja Hörwald's Gattin nicht, mußte daher auf Alles gefaßt ſein. Nach Oskars eigenem Ausſpruch war ihre beiderſeitige Trauung den Ange⸗ hörigen ſeiner Gattin verheimlicht worden; konnte ſie nicht dieſen Umſtand benutzen, um jetzt eine ihrem

Stande ebenbürtige Parthie einzugehen, bei welcher

das Kind ihr läſtig ſein mußte? Es meldeten ſich wohl Perſonen auf dieſe Zeitungsanzeige hin, jedoch bei keiner derſelben trafen die hier vorliegenden Umſtände zuſammen und mich ergriff durch dieſe Anfragen neuer⸗ dings die Furcht vor ſpeculativen, gewiſſenloſen Men⸗ ſchen, welche die myſteriöſe Angelegenheit zu ihren Zwecken auszubeuten trachten könnten. Ich unterließ daher von nun an jede fernere öffentliche Anzeige, aus

Furcht gezwungen zu werden, das arme, unſchuldige