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eine treue Gehülfin im Leben wurde, denn ſie beſaß das vortrefflichſte beſte Herz, das mich wohl mehr liebte, als ich verdiente. Vielleicht hätte ſie jeden andern Mann recht glücklich gemacht. Ich hatte ſie aber nur aus Convenienz geheirathet, und unſere Charaktere paßten wenig für einander. Vielleicht trug auch der Umſtand, daß wir kinderlos blieben, zu meiner Gleich⸗ gültigkeit bei, möglich auch, daß er ſie noch ſteigerte. Bei dem Regimente, in welchem ich diente, hatte ich einen Jugendfreund, deſſen Eltern mit den meinen ſeit Jahren befreundet geweſen waren. Oskar Hör⸗ wald und ich liebten uns wie Brüder. Dein Vater, Theobald, ſtand mir ferner als Oskar, denn Zeit und
Verhältniſſe hatten uns Brüder frühzeitig getrennt,
uns einander entfremdet. Ich hörte jahrelang nichts von Deinem Vater, der nach Amerika gegangen war, um dort ein Glück zu ſuchen, das er weder hier noch dort fand. Oskar hingegen ſah ich täglich und ver⸗ kehrte durch Jahre mit ihm.
Es gehört nicht hierher, Dir die näheren Details dieſer Freundſchaft auseinanderzuſetzen. Es ſei Dir genug, wenn ich Dir ſage, daß man uns im Regimente Oreſt und Pylades nannte, was wir auch waren. Auf Wunſch eines reichen Onkels in Baiern, den Oskar einſt beerben ſollte, quittirte er den Dienſt, um zu dem


