Erſtes Kapitel.
Des Commandanten Enthüllungen.
„Was ich Dir heute, lieber Neffe, mittheile“, ſo hörte Iſabella ihren Vetter im Nebenzimmer leſen, „ruht ſeit Jahren als Geheimniß in meiner Bruſt. Ich beging vielleicht damit ein großes Unrecht, doch jeder Menſch hat ſeine Schwäche. Die Meine beſteht in der Furcht vor dem möglichen Verluſt des theuer⸗ ſten Kleinodes, das ich auf Erden beſitze. Doch jetzt, wo Iſabella in Kürze Deine Gattin wird, darf ich als rechtlicher Mann nicht länger zögern, mein Geheimniß zu offenbaren.
Du warſt noch nicht geboren, Theobald, als ich meine reiche Gattin heimführte. Es war dies eine liebeleere, aber ſonſt zufriedene Ehe. Die Schuld mei⸗
ner Gattin war es nicht, daß ſie mir nie mehr als Creſſieur, Die Kunſtreiterin. III. 1


