Teil eines Werkes 
2. Bd. (1873)
Entstehung
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und dem Scheine im Einklange. Es lag beinahe etwas Moraliſches in ſeinem Auftreten. Auf ſeiner Stirn lag tiefe Trauer, um ſeine Lippen zuckte es wehmüthig,

ud doch war Alles bloß Maske, äußerer Schein, der die Welt ſo leicht täuſcht.

Er näherte ſich dem jungen Mädchen, und faßte deſſen Hand mit einem Anflug wirklicher Theilnahme, denn ihr tiefer Schmerz ſchien ſelbſt auf ſein kaltes Herz einzuwirken.

Rühre mich nicht an, Du haſt ihn getödtet! rief ſie mit einer Stimme, in der ſich Leidenſchaft mit Ver⸗ achtung paarte,Du haſt durch tückiſche Hinterliſt den Aufſtand herbeigeführt!.

Dann wandte ſie ihr bleiches Geſicht mit den unheimlich glühenden Augen wieder dem Todten zu.

Iſabella, ſagte Theobald mit ſeiner ruhigen kalten Stimme, ſeiner feſten Entſchloſſenheit,höre mich an. Seit zwei Tagen ſuche ich vergebens Dir begreiflich zu machen, daß nur ein unglücklicher Zufall mich meines Onkels Befehl mißverſtehen ließ, mich glauben machte, die Raͤtion an Wein ſei den politiſchen Sträflingen allein zu verabreichen, die er doch ſonſt ja bei jeder Gelegenheit bevorzugte. Aber deshalb kam ich nicht hierher. Mein Zweck war, Dir am Sarge meines guten Oheims Deine Freiheit wiederzugeben,

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