Teil eines Werkes 
2. Bd. (1873)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

196

Mädchen ſich gewiß recht oft gelangweilt haben mag, antwortete Alſing weich und milde.

Wie kann etwas mich langweilen, mein theurer Papa, was Du thuſt. Ich habe ja nur Sinn und Gedanken für Dich allein, und habe Dich ſo unendlich lieb.

Sie ſchlang bei dieſen Worten ihren Arm um ſeinen Hals, und barg ihr Geſicht für einen Moment an ihrer Bruſt. Der Kommandant hielt das theure Kind mit zärtlicher Rührung umfangen.

Mein Herzenskind, auch ich habe Dich ſo lieb, wie ich noch niemals Jemand im Leben lieb hatte, ſagte er ſie küſſend.Aber nun geh' zu Bette, mein Liebling, es iſt bereits elf Uhr, und ich möchte nicht, daß Du Dich morgen ermüdet fühlteſt.

Der Kommandant ſegnete ſein Kind, wie er es allabendlich zu thun gewohnt war, und Iſabella ver⸗ ließ das Zimmer.

Sie konnte aber noch nicht ſchlafen. Sie zog daher die Ronleaux in die Höhe und blickte hinaus in die ſternenklare mondhelle Nacht. Gleich ihr wachte Theobald, der junge Arzt oben in ſeinem Zimmer am Feſtungsberge. Auch er fand die Ruhe noch nicht, und wilde Gedanken durchtobten ſein Hirn, die immer und immer wieder ihren Endpunkt in den Worten fanden: