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„Und er hat kein Teſtament gemacht. Das erſte vernichtet!“
Theobald's Licht erloſch, und das tiefe Schweigen der Nacht umgab die Bewohner Karnſteins. Der volle Mond ſtand am Himmel und verbreitete ein mildes Licht. Die Umriſſe der Feſtung traten oben am Berge klar und deutlich hervor. Iſabella ſtand noch immer am Fenſter, die Blicke auf den Fürſtenthurm gerichtet, der einſt ihr ſtilles Glück beherbergt. Sie ſchickte ein Gebet zum Himmel für den fernen Freund, von wel⸗ chem Martha ihr erſt unlängſt geſchrieben, daß er nun auf ſeiner Kunſtreiſe in Kairo angelangt ſei, und dort längere Zeit verweilen wolle. Es war ein Gebet, das in ſtiller ergebungsvoller Weihe zum Himmel ſtieg und ihr Gemüth erleichterte.
Sie fühlte ſich heiter und ruhig, und als ſie ſich zu Bette legte, fiel ſie bald in den tiefen, geſunden Schlaf der Jugend. Die glückliche Zeit des ſorgenloſen Schla⸗ fes, wie bald vergeht ſie, und wie bald naht der fin⸗ ſtere Zeitabſchnitt heran, wo der Schlaf den Menſchen in Kummer und Sorge verläßt, wo man ſich hin und her wirft auf dem Lager, welches uns keine Erholung bringt, und uns beweiſt, wie vergeblich es iſt, die Ge⸗ danken zum Schweigen bringen zu wollen!
Ungefähr eine Stunde mochte Iſabella geſchlafen


