Teil eines Werkes 
2. Bd. (1873)
Entstehung
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jetzt will ich nicht länger mehr ſäumen, und ſobald Doktor Linker zurückkehrt

Du ſiehſt ſo rüſtig aus lieber Oheim, fiel Theo⸗ bald hier ein, mit dem ſichtlichen Bemühen, den alten Mann von dieſem Vorſatz abzubringen,daß ein Teſta⸗ ment eigentlich noch ganz überflüſſig iſt.

Geſchmeichelt lächelte der Kommandant. Er liebte es, über ſein noch rüſtiges Aeußere gelobt zu werden.

Ich fühle mich auch ſo wohl und rüſtig meinte er,als ob ich ewig leben ſollte. Trotz meiner fünf⸗ undſechzig Jahre war ich noch niemals ernſtlich er⸗ krankt. Außer meiner Schußwunde am linken Arm peinigt mich keinerlei Gebrechen und ich könnte es noch mit jedem Lieutenant aufnehmen.

Trotz Deiner fünfund ſechzig Jahre, ſagſt Du, Oheim! Wer wird an der Zeitrechnung ſo pünktlich feſthalten. Jung iſt, wer ſich jung fühlt, und alt wer gebrechlich und leidend iſt, mag er nun nach der Jahres⸗ zahl alt oder jung ſein.

Abermals lächelte der Kommandant.

Nun, trotz meiner Rüſtigkeit kann ein Teſtament nicht ſchaden, meinte er,und nach einem ſolchen brauche ich ja auch nicht gleich zu ſterben. Aber um auf unſer voriges Geſpräch zurückzukommen, ſo wünſche ich, daß Du vorläufig meine Mittheilungen Iſabella