Leiſtungen und Giebigkeiten— Geld gab's damals noch nicht ſoviel— aber wie ſie jetzt iſt, das iſt un⸗ natürlich und muß auch über kurz oder lang biegen — oder brechen, um ſo mehr, wenn die Herrſchaften ſo hartherzig ſind. Da hilft kein Bibelleſen und ſich an öffentlichen Armen⸗Collekten betheiligen, wenn's auch noch ſo ſehr in den Zeitungen gerühmt wird. Recht thun und ſeinem Nächſten ſein Recht gönnen, das iſt ächte Gottesfurcht! Alles Andere iſt Scheinheiligkeit.— Nun alſo, kurz und gut, ich hab' den Mund nicht ge⸗ halten; der Gerichtspräſident in Innsbruck iſt der Herr Vetter von der Freiherrin und da kommt natürlich ein anderer Pfleger hierher.“
„Aber das iſt ja ein Biſſel gar ſtark“, flocht der Wirth ein.
„Wohl wahr, aber mir ſoll's recht ſein. Mein Nachfolger mag nur zuſehen, wie er d'raus kommt. Aber weh' thut mir's doch, von hier fort zu müſſen, nachdem ich an die achtzehn Jahre hier gelebt und 4 hier alt geworden bin! Na, vor drei Wochen traf's den alten Anton, heute mich. Freilich, die Alten müſſen fort, die haben zu geſunde Augen, um ſich blind ma⸗ chen zu laſſen.“
„Anton, ſagen Sie?“ fiel der junge Fremde hier


