zig Jahren ſtehen, ſein Benehmen, ſeine Haltung, die fein geſchnittenen, obwohl arg von der Sonne gebräunten Geſichtszüge, ſowie die ſchmalen, wohl gepflegten Hände deuteten an, daß er der beſſeren Geſellſchaft angehöre, ſowie der Blick ſeiner blauen Augen Verſtand und Ent⸗ ſchloſſenheit ausdrückte.
„Der gnädige Herr ſollten aber doch einen Wagen nehmen nach Adlerberg“, meinte der rückkehrende Wirth, „die Hitze iſt groß heute.“
„Das empfand ich am beſten im Wagen“, ent⸗ gegnete lächelnd der Fremde,„und eben deshalb möchte ich mich kein zweites Mal einem ſolchen Schwitzbade ausſetzen. Uebrigens führt der Weg nach Adlerberg, wenn ich nicht irre, durch den Wald.“
„Das wohl, gnädiger Herr, aber die Strecke iſt doch ziemlich weit.“
„Deshalb will ich mich eben vorher ſtärken“, ent⸗ gegnete heiter der Reiſende und that den landesüblichen Gerichten alle Ehre an, während der redſelige, zuvor⸗
kommende Wirth mit Aug' und Ohr ſeinen Wünſchen lauſchte.
„Haben Sie ſchon viele Fremde hier zu Lande?“ fragte der Reiſende.
„Ja wohl, gnädiger Herr, Bregenz ſowohl wie Lindau wimmeln ſchon von Reiſenden, die alle in den


