Druckschrift 
Bärbchen das Hirtenmädchen : ein Seitenstück zu dem Jägermädchen / von Cramer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

142

Was Heinrich, Braun und Martin von dieſer Sage hielten, duͤrfen wir doch wohl un⸗ ſern Leſern und Leſerinnen nicht erſt weitlaͤuftig demonſtriren? Dieſe Perſo nen ſind zu bekannt, als daß vir ſie vielleicht in einem falſchen Lichte darſteuen ſollten.

Schon fieng Heinrich an muthlos zu werden, du er ſah, daß ihm alles fehlſchlug. Er wurde traurig, faſt menſchenfeindlich. Bitten, Vor⸗ ſtellungen, Warnungen wollten nichts uͤber ihn vermoͤgen, ſich uͤber Baͤrbchens wahrſcheinlichen Verluſt zu troͤſten.

Der General, ſein Vater, that ihm den Vorſchlag zu reiſen, aber er fand keinen Beruf dazu, hatte kein Gefuͤhl fuͤr dieſes an ſich ſo lei⸗ denſchaftliche Vergnuͤgen junger Leute von Stan⸗ de. Was er that, war mehr mechaniſch, nichts enthuſiaſtiſch; ſo ſehr ſchien das Gefuͤhl des ein⸗ und zwanzig jaͤhrigen Juͤnglings abgeſtumpft zu ſein. Alles, was ihm noch einiges Vergnuͤgen zu machen ſchien, war die Geſellſchaft der Majo⸗ rin, mit welcher er faſt taͤglich zum melancholi⸗ ſchen Zypreſſenhain wallfahrtete und dem Bilde des verlornen Baͤrbchens gegen uͤber ſtundenlang unbeweglich ſaß und in duͤſterm Nachdenken bis In die Tiefe der Nacht ſich verlor.

gan:

4

Faſt ſchon war ein ganzes Jahr in die Ver