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Bärbchen das Hirtenmädchen : ein Seitenstück zu dem Jägermädchen / von Cramer
Entstehung
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den ſie gewis eher geſunden haben wuͤrden, wenn nicht die Perſon, die ihn ſeinem unbekannten Pflegevater durch die oͤffentliche Wegſetzung gleichſam in die Haͤnde geſpielt hatte, ſchon laͤngſe mit Tode abgegangen waͤre. Seitdem hat⸗ ten ſie von ſeinem Leben keine Nachricht: ſein Aufenthalt aber war ihnen immer ein Geheim⸗ niß geweſen. Doch der Zufall erſetzte, was der Tod ihrer Getreuen ihnen geraubt hatte und ließ ſie die Freuden des Wiederſehens in einem erhoͤh⸗ tern Grade genießen, je unvorbereiteter ſie eben itzt waren und faſt ſchon alle Hoffnung aufgege⸗ ben hatten, ihren Sohn jemals wieder zu finden.

Wo aber nur Baͤrbchen hingekommen war 2 Nicht wan, dieſe Frage moͤchten ſie gern be⸗ antwortet wiſſen, werthgeſchaͤtze Leſerinnen 2

Nicht genug, daß Heinrich gerettet und gluͤcklich war; Baͤrbchen verdiente ja wohl eben ſo ſehr,

64 zu ſein.

Wer unter allen konnte ſie wohl am meiſten vermiſſen, als Heinrich, dem ſie das Leben ge⸗ rettet hatte? Aber wer getraute ſich weniger⸗ als er, in ſeiner itzigen Lage nach ihr zu fragen? Nicht aus Stolz und Uebermuth, durch die gluͤckleche Wendung ſeines Schickſals veraulaßt, zondern aus Furcht, denn er wußte ja nicht,

8 wie

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