145 Bitte, der Vorſicht aber die gluͤckliche Bildung ihres Sohnes, den ſie im hoͤchſten Ausbruche ihres Muttergefuͤhls zum erſtenmale wieder an ihren Buſen druͤckte⸗
Der General und die Generalin ſchämten ſich nicht, zu bekennen, daß ſie in ihrer Jugend wider Willen ihrer Aeltern einen geheimen Um⸗ gang gepflogen hatten, deſſen Frucht unſer Hein⸗ rich war. Emilie von Roſenau war bereits mit einem andern verlobt und Graf Dedo von Anſe⸗ burg mußte, wollte er wohl oder uͤbel, auf Be⸗ fehl ſeines Vaters die reiche Wittwe eines ſeiner Verwandten heurathen. Dieſer Umſtand noͤthig⸗ te ſie, das Pfand ihrer Liebe geheim zu halten und jenen Schritt zu thun, der ihr viel Ueber⸗ windung koſtete und viel Kummer verurſachte⸗ denn ſie wußte ja damals nicht, ob das neuge⸗ borne Kindlein in gute Haͤnde kommen und die Zukunft einſt ſie und ihren Sohn fuͤr alle uͤber⸗
ſtandene Leiden ſchadlos halten wuͤrde.
Emilie und Graf Dedo waren lange Zeit ſo⸗ wohl von einander ſelbſt, als von dem Pfande ihrer Liebe weit getrennt, nachher aber ſo gluͤck⸗ lich geweſen, durch den Tod ihrer beiderſeitigen Ehegatten wieder zu ſammen zu kommen und den alten Bund ihrer Herzen durch prieſterliche Ein⸗ ſegnung zu beſtaͤtigen. Ihr Gluͤck vollkommen
zu machen, ſehlte nichts mehr als ihr Sohn⸗ den


