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Bärbchen das Hirtenmädchen : ein Seitenstück zu dem Jägermädchen / von Cramer
Entstehung
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57 und andern haͤuslichen Arbeiten, ſo weit es ihr Alter und Kraͤfte erlaubten, zur Hand, und des Abend, weun die Bauern zuſammenkamen, mußte ſie ihre Erzaͤhlungen immer von vorn an⸗ fangen und denen, die ſie noch nicht geſehen hatten, wahrſagen.

Dieß machte den gluͤcklichen Bewohnern des Doͤrfchens viel Spaß. Zahlreicher, als gewoͤhn⸗ lich, kamen ſie in den Gaſthof, bloß um die klei⸗ ne Zigeunerin zu ſehen und ſich das Prognoſtikon ſtellen zu laſſen. Sogar von einigen andern nah⸗ gelegenen Doͤrfern kamen mehrere herbei und ver⸗ anlaßten die kleine Wahrſagerin, zu ihnen hinuͤ⸗ ber zu kommen und ihre Kunſt zu zeigen. Es ge⸗ ſchah; Baͤrbchen wanderte faſt von Haus zu Haus, war allenthalben willkommen und ſah ſich mehr oder weniger fuͤr ihre Geſchicklichkeit be⸗ lohnt.

So hatte Baͤrbchen mehrere Tage unter die⸗ ſer menſchenfreundlichen Landbewohnergattung verlebt, als wit einemmal ihr Lebenswandel zweifelhaft und ihre Wiſſenſchaft fuͤr Betrug und

Luͤgen angeſehen wurde.

In einem dieſer Doͤrfer, die ſie waͤhrend ihe ves Hierſeins beſucht hatte, war eine Frau, die ſchon ſeit gera mer Zeit an einem offenen Scha⸗ den am Luße krank darnieder lag. Baͤrbchen hat⸗ te auch diefe kennen gelernt und in Ahweſenheit