53
——
*
MNun wurde ihr der Weg uͤberaus lang. Sie war ſchon mehrere Stunden gegangen, als ſie das Beduͤrf niß des Hungers quaͤlte und doch im⸗ mer noch keine Gelegenheit ſich fand, dieſem Bedurfniß abzuhelfen. Ihren Durſt zu ſtillen, warf ſie ſich am Ufer eines Bachs nieder, der rein und lauter, wie Baͤrbchens jugendliche Un⸗ befangenheit, mit ſanftem Gemurmel entlang dem Thale hindurch ſich ſchlaͤngette und den Wandernden ſuͤße Kuͤhlung gewaͤhrte.
So erbarmte ſich die wohlthaͤtige Natur der kleinen hulfebeduͤrftigen Pilgerin und verſchaffte in dem Augenblicke, da die Nothwendigkeit ih⸗ rer Nahrungsbeduͤrfniſſe den hoͤchſten Grad er⸗ reicht hatte, ihr Gelegenheit, Durſt und Hun⸗ ger zu ſtillen und zur Fortfetzung ihrer Reiſe neue Kraͤfte zu ſammeln. Sie ruhte einige Minuten, trank aus dem Bache und fuhlte ſich, obgleich nur einſeitig, geſtaͤrkt, ſchwang ſich empor, und kaum war ſtie einige Schritte vorwaͤrts ge⸗ gangen, ſo entdeckte ſie einige Brombeerſtauden, die ihrer Eßbegierde reichhaltige Befriedigung verſchafften. Die Fruͤchte waren voͤllig reif. Sie aß, bis ſie ſich geſaͤttiget und in den Stand ge⸗ ſetzt fuhlte, dem Hunger, dieſem geſaͤhrlichen Feinde, wenigſtens auf einige Zeit Wigerſand zeiſten zu koͤnnen. 1
Spaͤt erſt, es war ſchon N achmittas⸗ er
1 eich.


