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reichte ſie im tiefſten Grunde des Thales eine kleine Muͤhle, wo ſie mit genauer Muͤhe fuͤr Geld und gute Worte etwas Milch und Brod zu erlangen im Stande war, aber, ob ſie gleich ſehr muͤde war, doch nicht uͤber Nacht bleiben konnte. Das Dorf, wozu dieſe Muͤhle gehoͤrte, lag, ohngefaͤhr eine halbe Stunde dabvon, auſ⸗ ſerhalb dem Thale und auf den zu beiden Seiten ſich erhebenden Gebuͤrgen. Bis dahin mußte ſie noch gehen, um ein Nachtlager zu erreichen. Die Muͤllerin, eine gutherzige Frau, haͤtte ſich gern der kleinen, muͤden Pilgerin erbarmt⸗ aber ihre kleine enge Wohnung geſtattete ihr nicht, jemanden zu beherbergen und uͤberdieß haͤtte ſie es auch nicht wagen duͤrfen, dieſem Maͤdchen ein Ruheplaͤtzlein einzuraͤumen, ohne ſich bei ihrem Ehemanne Verdruß oder wohl gar uͤble Behandlung zuzuziehen. Baͤrbchen mußte weiter gehen und damit vorlieb nehmen, den La⸗ betrunk unentgeldlich empfangen zu haben; die gute Frau haͤtte ihr gern noch etwas zugegeben, wenn ſie eines Hellers maͤchtig geweſen waͤre.
So reizend und angenehm auch der Weg zu dem nah gelegenen Doͤrſchen war, ſo hatte ſie doch einen falſchen eingeſchlagen, auf dem ſie war auch dahin kommen kounte, füͤr jeden Wanderer aber und noch mehr fuͤr ein reiſendes
Maͤdchen von ſeben Jahren uͤberaus beſchwerlich und


