Druckschrift 
Bärbchen das Hirtenmädchen : ein Seitenstück zu dem Jägermädchen / von Cramer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ethun koͤnnen, 8 ſie ſich waͤrend ihres Aufeng⸗ haltes bei Frau Marthen einiges Geld geſam⸗ melt und erſpart hatte, womit ſie eine anſehnli⸗ che Strecke Wegs fortzukommen im Stande ge⸗ weſen waͤre. Sie war bloß darauf bedacht, den Zigeunern ſo ſchnell als moͤglich aus den Augen zu kommen und dachte nicht an Durſt und Hun⸗ ger; die Witterung war ihr guͤnſtig, der Weg gut und gluͤcklicherweiſe hatte ſie ihrem Gedaͤcht⸗ niſſe die Namen einiger Ortſchaften eingepraͤgt, durch die ſie fruͤher oder ſpaͤter mit der verhaßten Geſellſchaft gegangen war, bei der ſie einige Monate hatte aushalten muͤſſen. Auch glaubte ſie vielleicht bald wieder ein Dorf oder Wirths⸗ haus, und darinnen gaſtfreundlichere Men⸗ ſchen zu finden; aber die Hofnung taͤuſchte ſie auf eine empfindliche Weiſe.

Wenn ſie eine Thurmſpitze ſah, glaubte ſie dem Ziehle ihrer Wanderung nahe zu ſein und freute ſich auf eine gefaͤllige und frohe Auf⸗ nahme, wie im Hauſe ihres guten Pflegeba⸗ ters, der, wie ſie leicht vermuthen konnte, ſein liebes Baͤrbchen vermiſſen und mit jedem Angenblicke zuruͤckwunſchen wuͤrde. Aber dieſe Hoffnung ſchwand nicht nur einmal, ſondern je⸗ desmal, ſo oft die Gegenſtaͤnde, die derſelhen ſchmeichelten, ſich hinter Gebuͤrgen und dicken Waͤldern ihrem Auge entzogen.

Nun