ges Leben glich einer foͤrmlichen Gefangenſchaft. Sie war nicht eines Augenblicks maͤchtig, nicht
faͤhig, ungeſehen einen Schritt zu thun, immer
von drei, vier, auch mehr Zigeunerkindern um⸗ ringt und Frau Martha ließ ſie nicht aus den Augen. So hatte ſie ſchon Monate unter dieſen Menſchen verlebt und war vielleicht mehr als dreißig, vierzig Meilen von dem friedlichen Doͤrſchen entfernt, wo Vater Martin hauste, als ſich ihr eine Gelegenheit darbot, ihr laͤngſt beabſichtigtes Unternehmen auszufuhren.
Die Altmutter des ziehenden Haͤufteins er⸗ krankte und Vater Georg ſah ſich genoͤthiget⸗ im naͤchſten Dorfe Quartier zu machen; da aber der Wirth im Gaſthofe nicht Raum genug hatte, ſo viel Menſchen zu beherbergen, auch ſonſt im Dorfe niemand dieſelben aufnehmen mochte, ſo konnten nur wenige davon im Wirthshauſe blei⸗ hen und die uͤbrigen mußten ihren Weg beiter fortſetzen. Baͤrbchen befand ſich unter den erſte⸗ ren, die zur Pflege und Wartung der Patientin zuruͤckblieben.
Unter dem Vorwande, hinauszugehen und
Kraͤuter zu ſammeln, welches ſie waͤhrend Frau
Marthens Krankheit taͤglich gethan hatte, gieng
ſie, da es wieder beſſer mit ihr ward, eines Abends fort, wuͤnſchte der Patientin im Stil⸗
ten
8= w.—,—,:,
—


