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Bärbchen das Hirtenmädchen : ein Seitenstück zu dem Jägermädchen / von Cramer
Entstehung
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48 keln und ſtehlen, und ihre ganze uͤbrige Lebens⸗ ark wild und ſittenlos.

Baͤrbchen fand daran kein Behagen. Ihrer zarten Jugend ohngeachtet beſaß ſie doch ſchon ſo viel Verſtand, das Gute von dem Boͤſen zu un⸗ terſcheiden, und hatte Gefuͤhl fuͤr das erſtere, Haß und Abſcheu gegen das leztere; mithin wur⸗ de es ihr leicht, die boͤſe Seite dieſer Menſchen zu entdecken und uͤberwiegender zu finden, als die gute.

Schon mehrmals hatte ſie den Einfall, da⸗ von zu laufen. Aber ſie war ja des Weges nicht kundig, wußte hoͤchſtens nichts weiter, als den Namen des Doͤrfchens, in welchem der gute Mar⸗ tin wohnte, nicht aber das Land und die Gegend, wo dieſes Doͤrſchen lag. Ueberdieß hatte man

auch ein zu wachſames Auge auf ſie, als daß es

ihr haͤtte gelingen koͤnnen, dieſen Eutſchlhß ins Werk zu ſetzen.

Frau Martha, die die kleine Barbe nicht von der Seite ließ, merkte bald, was dieſe im Sin⸗ ne hatte und benahm ihr nicht nur jede Gelegen⸗ heit, ſie zu hintergehen, ſondern bemuͤhte ſich vielmehr, ihr auf alle moͤgliche Weiſe den Gedan⸗ ken zu benehmen, meinte es gut mit ihr und un⸗

terrichtete ſie in allerlei geheimen Kuͤnſten, be⸗

ſonders in der Kunſt, aus Häͤnden und Geſcht

zu wahrſagen. Dieß

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